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Da sind wir nun, angekommen in Marina die Ragusa auf Sizilien nach knappen 800 Seemeilen, drei Überfahrten und vier Nächten auf See. Eine ganz schöne Strecke haben wir hinter uns. Aber ganz von vorne.
Nach Abzug der Gewitterfront machen wir uns am süd-östlichen Kap Sardiniens, in Villasimus, auf den Weg zur letzten Überfahrt. In den Süden Siziliens zu unserem neuen Winterquartier. Wir sind ungefähr zehn Boote mit derselben Idee. Das ist recht beruhigend, da die Wetterlage die letzten Tage instabil war und man sich vor heftigen Gewittern fürchten musste. Problemlos erreichen wir nach 30 Stunden unser erstes Ziel auf Sizilien – Marsala (Betonung auf den zweiten a). Nur am Morgen verfolgt uns eine Regen- und Windfront. Wir beobachten sie aufmerksam am Radar und ziehen vorsichtshalber die Segel ein. Da wir jedoch nicht Kurs auf Trapani (Betonung auf den ersten a) nehmen, sondern südlicher steuern, zieht diese Front knapp an uns vorbei. In Marsala bleiben wir für drei Tage. Wir besuchen die örtliche Saline und Philipp und Fränzi mit ihren Jungs besuchen uns auf ihrer Ferienreise auf Sizilien. Ein weiterer Stopp machen wir in Sciacca, bevor wir nochmals an der Küste vor eindrücklichen Kreidenklippen ankern können. Dabei treffen wir am ersten Tag erneut Philipps Familie und stossen mit Fränzi auf ihren Geburi an. Die Reise südostwärts verläuft bei schönem Segelwind und ruhigem -wetter. Gegen Mittag kommt jeweils Wind auf, der am Abend wieder abstellt. Wenn wir längere Strecken vor uns haben, müssen wir trotzdem vor dem Mittag starten, das Leichtwindsegel setzen oder den Motor zu Hilfe nehmen. Bei Strecken unter fünf errechneten Stunden Dauer starten wir erst am Mittag. Ja, und dann erreichen wir am 3. Oktober den Hafen in Marina die Ragusa und werden von allen Seiten herzlich empfangen. Warum der Blog-Titel «Willkommen» mehrsprachig ist, erklärt sich bereits am ersten Abend. In diesem Hafen sind höchstens 40% Italiener, der Rest sind Fahrtensegler und kommen aus aller Welt. Einige machen es wie wir, nur das Boot bleibt im Hafen, viele überwintern mit und auf ihren Schiffen. Für uns geht die Segelsaison zu Ende, auch wenn es hier immer noch schweisstrebend heiss ist. Wir bereiten unser Schiff auf den Winterschlaf vor, was einige Arbeit bedeutet. Ein erster Salzabwisch hat die Eos schon bekommen, eventuell regnet es die nächsten Tage noch etwas, ansonsten müssen wir noch gründlicher abspülen. Das Salz ist der grösste Feind für das allermeiste Material. Die Leinen und die Segel werden davon hart, Kunststoff spröde und sogar «rostfreier» Stahl wird duch den salzigen Meerwind rostbraun. Darum waschen und spülen wir die Leinen mit Weichspüler, entsalzen und verstauen das Schlauchboot, füllen den Dieseltank und reichern den Brennstoff mit einem Zusatz gegen die Dieselpest an und spülen und füllen den Kühlkreislauf des Motors mit Süsswasser. Das Kräfteraubendste und Schweisstreibendste bleibt aber noch: Auch die die ca. 100 Quadratmeter Segel wollen geborgen, gefaltet und verräumt werden. Nebenbei bleibt uns aber genügend Zeit, die Umgebung kennen zu lernen und auch Kontakte zu knüpfen. Marina die Ragusa ist ein schönes kleines Städtchen, das zum Verweilen einlädt. Schön, haben wir noch etwas Zeit und reisen erst am 13. Oktober zurück in die Schweiz. Eine schöne Segelsaison geht zu Ende. Wir haben wiederum viel gelernt, haben sicher auch verschiedentlich an Routine gewonnen und werden trotzdem, oder gerade darum, immer demütiger gegenüber Wetter, Wind und Wellen.
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Fast eine Woche verbringen wir im netten kleinen Städtchen Carloforte. Ein authentischer Ort, welcher fernab vom Tourismus lebt. Hier wohnen ganzjährig Sarden. Wie bereits im letzten Blog erwähnt, wettern wir hier ab. Dabei mieten wir uns zwei Tage einen Roller, um die Insel zu erkunden. Der nördlichste Punkt hat uns am besten gefallen. Hier sitzen wir am Kap und schauen den brechenden Wellen zu. Hierhin fährt dreimal täglich ein Bus – nicht der Touristen wegen, sondern weil hier eine Thunfischfabrik, die Tonnare di Carloforte liegt. Hier wird dieses Tier immer noch verarbeitet, eine Spezialität von diesem Ort.
Nun geht es gemütlich der sardischen Südküste entlang. Das Wetter spielt mit und wir ankern in wunderbaren Buchten mit klarem Wasser. Die Bilder klären mehr als Worte... Der Kontrast ist recht gross, als wir in die Bucht von Cagliari einfahren. Riesige Frachter und Tanker liegen zum Löschen ihrer Fracht vor Anker, Fähren und Kreuzfahrtschiffe werden von den «Pilotas» geleitet. Die Route zur Hafeneinfahrt ist mit verschiedenen Fahrstrassen reglementiert. Wir fahren rassig mit fast 7 Knoten Speed in die Bucht ein, die Fahrstrassen und Vorschriften zu respektieren ist recht. So stehen wir plötzlich quer zur Welle und sind froh, dass es hinter der Hafenmole markant ruhiger wird. In Cagliari müssen wir mal wieder tüchtig unsere Vorräte aufstocken. Das ist unser Hauptziel. Cagliari ist laut und hat viel hupender Strasenverkehr direkt an unserem Liegeplatz. Mit dem Velo bin ich schon fast eine Ausseriridische und laufe ständig Gefahr, überfahren zu werden. In unserem Hafen treffen wir zufällig Bekannte aus unserer Zeit in Loano. Bei einem Wiedersehen-Apero tauschen wir uns aus, was wir in den letzten zwei Jahren auf dem Meer erlebt haben. So, nun liegen wir in Villasimius, am südwestlichen Kap Sardiniens, dem Cap Carbonara. Zuerst noch eine Nacht am Anker, seit gestern im Hafen und warten auf unsere letzte Überfahrt in diesem Herbst – diese nach Sizilien. Dazu müssen die angesagten Gewitter mit stürmischen Böen noch wegziehen... Seit gut zwei Wochen sind wir unterwegs und sind bereits ganz im Süden Sardiniens, in Carloforte. Was uns die ganze Zeit begleitet, ist eine ungewöhnliche Hitze, selbst für Wärmegewohnte Südländer. Tagsüber immer über 30 Grad ist ja noch voll ok. Wenn die Temperaturen jedoch nachts nicht sinken und du 28 Grad schon richtiggehend erfrischend findest, ist das schon ausserhalb unserer Komfortzone! Henu, wir wollen nicht jammern, es könnte ja auch die ganze Zeit stürmen und «hudeln». Das tut es nicht. In El Masnou angekommen, benötigten wir zwei Tage, um unsere EOS startklar zu haben. Die Arbeiten am Motor und das neue Gennaker-Fall wurden mit grosser Präzision erledigt. Wir sind sehr zufrieden mit den Arbeitern in diesem Hafen! Bereits nach 4 Tagen ist ein erstes ideales Wetterfenster für die Balearen. Zwar etwas höher am Wind als gedacht, machen wir uns für die ersten 10 Stunden mit für uns fast 7 Knoten Speed auf den Weg. Ab Mitternacht nimmt der Wind dann doch etwas ab und gegen morgen muss bis zum Sonnenaufgang gemotort werden. Nach 22 Stunden Fahrzeit lassen wir vor Ciutadella auf Menorca den Anker fallen und geniessen einen Nachmittag mit Erholung, Baden und Schlafen. Nun geht es in gemütlichen Tagesetappen weiter ostwärts. Wir wollen Menorcas Nordküste erkunden. Leider hat es täglich auflandigen Wind, so dass wir gezwungen sind, Häfen oder Bojen anzufahren. Es lohnt sich aber, denn dieser Küstenabschnitt ist unglaublich bezaubernd, naturbelassen. Abends können wir uns jeweils in fjordähnliche Buchten – Fornells und Addaya – verstecken, so dass wir vor Wind geschützt sind. Addaya wurde uns letzten Herbst von einem Italiener wärmstens empfohlen und er hat nicht übertrieben. Wir schlängeln uns duch einen tiefen Einschnitt ins Landesinnere in eine absolute Ruhe. Addaya ist ein kleines Dorf am Wasser mit einem Hafen in einem Naturschutzgebiet. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht – so einsam und ruhig ist es da. Ganz allgemein unterscheidet sich Menorca gänzlich von seinen Nachbarinseln – naturbelassen, wenig Städte, Marinas: einfach keine Party-Insel! Leider steht ein wuchtiger Mistral in den Startlöchern und wir wollen die Überfahrt nach Sardinien vorher starten. Wegen der anhaltenden Hitze haben wir etwas Respekt vor plötzlich auftretenden Gewittern. So machen wir uns im Hafen von Mahon, dem Hauptort Menorcas, für die kommenden 200 Seemeilen oder etwa 40 Stunden startklar. Mahon empfängt uns mit einem Herbstfest. Wir lassen uns am ersten Abend von der Stimmung treiben wie auch am nächsten Tag, als wir Einkäufe erledigen wollen. Die Überfahrt nach Sardinien verläuft nicht ganz so ideal wie gedacht. Der Wind ist etwas gar schwach und stark von hinten, so dass die Segel durch den Wellengang schlagen. So muss uns der Motor – den wir ja jetzt wieder benutzen dürfen :) – etwas gar viel unterstützen. Die zweite Nacht ist total gespenstisch. Den Begriff Himmelszelt habe ich schon oft gehört, aber während dieser Nacht ist der Himmel wirklich wie ein Zelt über uns gestanden. Die Milchstrasse ist zum greifen nah und rings um uns herum grosse Nebelschwaden. Mir kommt es vor, als würde ich durch ein Nebeltal fahren, dabei sind wir auf dem offenen Meer!!! Gut in Carloforte angekommen geniessen wir erstmal eine delikate italienische Pizza und einen Mezzo di Rosso. In einer Pizzeria namens «Eos» notabene. Jetzt für ein paar Tage Dolce far niente. Denn Morgen, Donnerstag, zieht eine Gewitterfront über uns hinweg und für Freitag sind starke Winde angesagt. So bleiben wir sicher bis Samstag im Hafen und dem sympathischen Städtchen, wo sich alles um den Thunfisch dreht und wollen anschliessend die Südküste Sardiniens bis Villasimius befahren. Von dort aus wartet schliesslich die dritte und letzte Überfahrt in diesem Herbst nach Sizilien auf uns... Lange ists her, aber Anfang Juni brachten wir unseren Kahn von den Balearen sicher in den Hafen von El Masnou, am Festland. Uns blieben fast 14 Tage im Hafen, um alle todos zu erledigen, um die EOS wieder seefit zu machen. Mehrmals kamen Mechaniker vorbei und besahen sich unseren Motor und kurz vor unserer Abreise in die Schweiz wurden erste Arbeiten erledigt. Zum Glück beschlossen wir, vor dem Auswassern der EOS nach Hause zu reisen, denn das Schiff blieb ganze 5 Tage in der Werft. Nun sollte wirklich alles repariert sein. Die Silentblöcke (Motorenlager) und die Stopfbuchse (Dichtung der Antriebswelle) sind ersetzt und die Welle ausgewuchtet. Wie der Motor tönt, werden wir sehen, wenn wir wieder auf dem Schiff sind. In Spanien haben wir im Juni allen erklärt, dass wir nun in die kühle Schweiz zurückreisen und den Sommer daheim geniessen wollen. Den Sommer haben wir sehr genossen, nur war es temperaturmässig hier in der Schweiz oft wärmer als am Meer... Nun aber sind wir wieder bereit fürs nächste Abenteuer auf dem Meer. Am 25. August reisen wir, einmal mehr mit schwerem Gepäck – mit vielen Ersatzteilen – mit dem Zug südwärts. Da das Meer ungewöhnlich warm ist, haben wir Respekt vor den Wärmegewittern und Herbststürmen. Hoffen wir, dass wir sie alle umschiffen können...
Mit einem Ritt auf hohen Wellen, bei achterlichem Wind von oft über 7 Knoten Speed verlassen wir Ibiza bei Sant Antoni de Portmany und kehren zurück nach Mallorca.
Port Andratx ist das Ziel, eine Stadt im Westen Mallorcas, vom Massentourismus völlig unberührt. Hier bleiben wir für zehn Tage und kommen so auch mental zur Ruhe. In Andratx finden wir einen Yanmar-Mechaniker, der sich unseren Motor anschaut und feststellt, dass die Gummifüsse, welche den Motor dämpfen, ersetzt werden müssen. Zudem muss das Wellenlager und die Wellendichtung kontrolliert und eventuell repariert werden. Dies an Land… Aber: Niemand hat Zeit, diese Arbeiten zu erledigen. Wir fragen in El Masnou – «unserem» Hafen an der spanischen Küste – an, ob wir früher zurückkommen dürfen – dies sei jederzeit möglich. Weiter fragen wir in der Werft von El Masnou nach, ob während der Monate Juni bis August die Arbeiten erledigt werden können. Auch in El Masnou hat es einen Yanmar-Servicebetrieb. Auch er, nach Beurteilung von Fotos, kommt zum gleichen Ergebnis, wie der Mechaniker in Andratx: Wir können mit der Eos weiterreisen, aber möglich viel unter Segel… Der 15. Juni ist für den Kran im Varadero und für die Reparaturarbeiten gebucht. Das alles beruhigt uns sehr, so dass wir nun wieder etwas entspannen und unsere «Ferien» auf Andratx geniessen können. Mallorca hat ein geniales, dichtes und gut freuquentiertes Autobus-Netz. Wir machen viele Ausflüge, gehen wandern und geniessen die Bergwelt im Westen. Ja, Mallorca hat wirklich wunderbare Ecken, abseits vom bekannten Rummel! Diese zehn Tage sind schnell vergangen und wir reisen weiter. Endlich ist mal wieder etwas ruhigeres Wetter angesagt und ja, der Sommer kommt. So segeln wir gemütlich der Küste entlang in Richtung Südosten und übernachten zweimal in wunderbaren Ankerbuchten. Bei Sa Rapità sind wir die Einzigen in der Bucht. Sowas haben wir in diesem Frühjahr noch kaum erlebt. Cala Figuera wäre mit 14 Seemeilen Entfernung nicht weit. Da der Wind jedoch, wieder einmal anders als prognostiziert, stark und «auf die Nase» kommt, segeln wir im Zickzack-Kurs mit 11 Wenden 30 Seemeilen… Mit einem gesunden Motor hätten wir wahrscheinlich diesen ab und zu eingesetzt… Cala Figuera, ein wunderbares kleines Städtchen an einem Mini-Fjord gelegen mit nur vier Gastliegeplätzen. Wir liegen hier eine Nacht alleine am Steg. Auch hier gibt’s kaum Massentourismus, wir bleiben drei Tage, wandern und geniessen. Ab jetzt planen wir nicht mehr weit voraus, da der nächste Mistral bereits in den Startlöchern ist. Wir wollen vor ihm rüber ans Festland und müssen deshalb Tag für Tag bereit sein, um loszusegeln. Wir haben definitiv keine Lust, nochmals einen Tag mit zehrendem Wellen-Geschaukel unterwegs zu sein… Irgendwie ist die Zeit im Nu verflossen, wir haben alles andere gemacht, als Blog geschrieben und Fotos herausgesucht: Wir sind gewandert, haben uns an die plötzlich gekommene Hitze angewöhnt und in der Nacht zu schlafen versucht und haben an den Stränden von Cala Rajada ein paar freie Quadratzentimeter für unsere Tüechli gesucht... Nun sind wir bereits zur letzten Etappe dieses Frühjahrs-Törns gestartet: Die ¨Überfahrt von Cala Rajada (Mallorca) nach El Masnou an der spanischen Küste bei Barcelona. Dort werden wir erwartet und dort wird am 15. Juni unser Schiff gepflegt und repariert. Also: Entschuldigt bitte, weitere Fotos werden folgen... Eigentlich wären wir schon zurück auf Mallorca und würden eine Woche in Andratx sitzen und nichts tun… Eigentlich. Es kommt aber anders. Letzten Freitag morgens um 6 starten wir den Motor, heben den Anker und eine Leine kringelt sich um unseren Propeller – gar nichts geht mehr. Wir werfen sofort die Anker, die Crew eines Nachbarschiffs hilft uns unser manöverierunfähiges 10 Tonnen-Schiff zu fixieren. Um 7 Uhr, als es hell wird, steigt Daniel ins kalte Wasser und will schauen, ob er die Leine lösen kann, es geht nicht. Also muss ein Taucher her. Gegen Mittag ist einer da, und löst die Leine vom Propeller, der Motor läuft wieder. Im Leerlauf jedoch vibriert und tönt er eigenartig, unsympathisch. Wir schaffen es unter Motor in den nächsten Hafen, San Antonio. Tja, da sitzen wir immer noch. Aber wenn alles gut läuft, geht’s morgen nun wirklich los Richtung Mallorca. Dort suchen wir uns einen Yanmar-Mechaniker, der Motor und Antriebswelle besichtigt, um zu entscheiden, wie weiter. Mal sehen. Auf alle Fälle haben wir keinen Wassereinbruch. Auch zwei Tage später nicht. Das ist die Hauptsache… Aber von Anfang an: Kaum, nach Tagwache im Morgengrauen und 11stündiger Fahrt, auf Ibiza angekommen, erreicht uns eine Message einer unbekannten spanischen Nummer: «Möne», die Freundin unserer lieben Schwägerin Esther erwartet uns in einer halben Stunde bei der Hafenapotheke… ziemlich müde und übelriechend freuen wir uns natürlich trotzdem auf den herzlichen Empfang von Monika und Juan, die uns mit wunderbaren Orangen und Grapefruits aus ihrem Garten und einer Flasche eigenem «Hierba» verwöhnen. Sie betreiben übrigens die «Apartamentos Pat des Camp» mit wunderbarem Ausblick direkt aufs Meer... Nach einem Ruhetag in Santa Eulària wollen wir uns ein Highlight auf Ibiza nicht entgehen lassen: Den Hippie Market «Las Dalias», San Carlos im Landesinneren. Mit einem Bus erreichen wir das Spektakel und lassen uns treiben. Natürlich riecht es nach Räucherstäbchen, Patchouli und anderem. Uns interessiert fast mehr die Geschichte des Marktes als den Markt an sich. Denn: Siehe da, Bob Marley, Nina Hagen und viele andere Namhafte waren vor uns auch da… Wer Interesse hat, hier der Link zu Las Dalias. Nach den Tagen im Hafen von Santa Eulària starten wir die Reise um die Insel herum. Da es kaum Häfen hat, ist von vorne hin klar, dass wir grundsätzlich ankern werden. Wir haben die Insel mittlerweile fast zweimal umkreist. Denn seit gut einer Woche dreht ein Tief hartnäckig rund um Ibiza und die Kaltfronten wechseln sich ab. So sind wir jeden Morgen gezwungen, zu schauen, wo wir am Abend den Anker werfen können, um einigermassen windgeschützt zu schlafen. Es klappt zwar nicht immer, aber der Anker hält dennoch jedes Mal. Die beiden Inseln bestechen mit einer wunderbaren Küste. Was haben wir für schöne Plätze gefunden. Steile Felsenklippen und karibisches Meer – eine breite Palette! Die Landschaft ist unglaublich abwechslungsreich. Man ist immer gespannt, was ums nächste Eck hervorkommt. In einer Bucht angekommen fahren wir meist mit dem Dinghy (Beiboot) an Land und spazieren der Küste entlang, um den Ankerplatz von oben zu besichtigen. Das verändert jedes Mal die Perspektive. Was recht erstaunt, sind die vielen Boote. In Mallorca waren wir noch viel einsamer unterwegs. Was uns im Vorfeld nicht bewusst war, ist, dass Ibiza eine Party-Insel ist. Da wird gefestet, was das Zeug hält. Aber nicht in Clubs oder so, sondern am Strand oder auf Motoryachten. Da werden wohl Motoryachten mit Skipper gechartert, ab geht es in eine Bucht und die Bässe werden hochgestemmt. Solange nur eine Yacht in der Bucht ist, dröhnt auch nur ein Bass. Besonders am Wochenende sind häufig mehrere Bässe in verschiedenen Rhythmen hörbar. Sobald die Sonne sich senkt, gehen die Partygäste heim und es wird wunderbar ruhig. Dies beschränkt sich aber auf Formentera und die Südwestküste. Im Norden ist es einsamer und schön ruhig. Nun sind wir gespannt, wie sich Mallorca knapp drei Wochen später präsentiert… Jetzt sind wir schon einmal halb um Mallorca rumgesegelt und bereits auf dem Absprung nach Ibiza. Tina und Michu haben uns dabei begleitet. Und wir können sagen, wir haben ihnen ein reichhaltiges Programm geboten: Erstmal sitzen wir zwei Tage im Hafen fest und wettern wegen (zu) starkem Wind ab. Damit der Crew nicht langweilig wird, ist die Einführung ausführlicher als sonst und wir versuchen uns mit Spleissen. Dann geht’s endlich los – aber leider am ersten Segeltag mit 3 Meter hohen Wellen… Ziel ist Cala Rajada – unsere Crew ist sehr glücklich, als wir am Abend im Hafen festmachen. Und: Sie bleiben tapfer an Bord. Weiter geht’s nun mit wunderbarem Segelwind und -wetter, so dass die ersten Tage bald vergessen sind. Wir reisen der Küste entlang und besuchen Porto Cristo und ganz im Süden erreichen wir die Insel Cabrera. Zweimal ankern wir als (noch) einziges Schiff in der Bucht und baden bei bereits warmen Sonnentagen im Meer. Eine wunderbare Woche zu viert, die in Erinnerung bleiben wird. Vor zwei Tagen haben uns Tina und Michu wieder verlassen, sie bestiegen die Fähre nach Barcelona und wir haben in Palma in die Ballermann-Meile besucht… Wir können es fast nicht glauben. Da sind ganze Strassen voller deutscher Biergärten und -hallen, wohlgemerkt, mitten am Nachmittag gut besucht. Die ersten Schlager ertönen morgens um 10 Uhr… Man kann viel Unspanisches konsumieren. Münchner Weissbier, Thüringer Wurst, Jägermeister-Shots, Matjesbrötchen, um nur einige Beispiele zu nennen. Und: Die Touristen tragen meist Fussball-Dresses. Mit Emblemen von den Bayern, den Magdeburgen bis zu den Borussen. Weiter sind wir – wie für die meisten Mallorca-Besuchenden ein Muss – mit der historischen Strassenbahn nach Soller getuckert. Sie passiert dabei das wenig besiedelte Landesinnere mit Orangen-, Zitronen- und Olivenplantagen soweit das Auge reicht. und haben das Tal der Orangen besucht. Da sich ein ideales Wind- und Wetterfenster geöffnet hat, beschliessen wir, morgen nach Ibiza zu reisen. 67 Meilen. Das heisst etwa 12 Stunden Fahrt und darum früh aufstehen… Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir nach Mallorca zurückkommen, um noch Orte wie Andratx und Porto Colom zu besuchen. Seit knapp einer Woche sind wir im Hafen von Port Pollença. Heute ist Vorbereitungstag, denn am Abend erreichen uns unsere ersten Gäste in diesem Jahr – Michu und Tina.
Die Überfahrt nach Mallorca verläuft ohne Probleme. Der Wind lädt einige Stunden zum Segeln ein, so dass wir auf der langen Strecke doch 33% segeln können. Mehr haben wir nicht erwartet, mussten wir doch den hohen Wellengang abwarten. Die Wellen sind jedoch noch recht hoch. Die Suppe, die ich zum Abendessen koche, schaukelt schön auf dem Herd. Auch die erste Schlafphase ist noch ganz schön wackelig. Je näher wir den Balearen kommen, desto ruhiger wird die See. Die Ankunft in Port Pollença ist dann schon recht sommerlich warm – ein wahrer Genuss. Auch, weil wir beim Anlegen von zwei Lieben mit winkenden und offenen Armen empfangen wurden: Geesche und Octi lernten wir letzten Herbst hier kennen. Eine Automechanikerin/Informatikerin und ein Programmierer mit einer wunderschön gepflegten Hallberg 31, die hier ihr Paradies gefunden haben. Weltoffen, herzlich, gastfreundlich, wunderbar. Es war immer klar, dass wir einige Tage in Port Pollença bleiben wollen, um das Landesinnere zu besuchen. Wir mieten für zwei Tage einen Roller und fahren ans Cap Formentor. Da waren wir nicht die Einzigen. Es ist Velosaison. Geschätzt Hunderte von Radlern sind unterwegs zu diesem Cap. Leider aber auch Autos, welche auf dieser engen Strasse fast nur behindern. So entscheiden wir uns, weitere Berge nicht auch noch zu befahren, da dort sicherlich genauso viele Radler unterwegs sein werden. Auf Google Maps ist jedenfalls immer Stau gemeldet… Alcudia und Pollença standen auch auf dem Programm zum Besichtigen. In Alcudia wollten wir eigentlich unsere Crew in Empfang nehmen, das gelingt jedoch nicht, da der Hafen voll ist. So verläuft die Woche rasend schnell. Zweimal sind wir aufs Meer rausgefahren, einmal zum Segeln, einmal um die Logge mit dem GPS zu kalibrieren und unsere neue Ankerboje zu testen. Morgen kommt nochmals recht starker Mistral-Wind auf, so dass wir einen weiteren Tag im Hafen bleiben werden. Dann jedoch startet unsere Weiterfahrt zu viert Richtung Palma. Wir sind gespannt! Vor einer Woche sind wir in El Masnou auf unserer EOS angekommen. Wie immer sind die ersten Tage mit Arbeiten am Schiff verplant. Dass wir aber so viel Zeit zum Arbeiten bekommen, haben wir uns so nicht vorgestellt. Eigentlich dachten wir im Vorfeld, Ende März längst auf Mallorca zu sein. Unser Hafenplatz-Vertrag läuft da auch aus. Aber der Wind will anders. Der will, dass wir uns noch ein bisschen auf dem Festland stillhalten. Denn der Mistral bläst seit Tagen und er weht direkt ans Ostkap Mallorcas. Momentan fauchen Windböen mit weit über 40 Knoten. Tja, so arbeiten wir halt weiter und gönnen uns jedoch auch ein paar Tage Barcelona.
Unsere EOS war, wie eine Freundin bemerkte, in der Kosmetik. Wir haben das Unterwasser abspritzen lassen. Die Segel sind gesetzt. Weiter haben wir die Teakfugen geschnitten und die Fussreeling abgeschliffen und lackiert. Weiter wollen wir noch das Teakdeck säubern und eine neue Lifeline einziehen. Ach, und der Kühlschrank soll eine neue Dichtung bekommen. Die zu montieren ist aber gar nicht so einfach. Oder anders: wir wissen noch nicht wie… Langsam aber sicher sehen wir doch eine Möglichkeit, die Überfahrt nach Mallorca zu schaffen. Ende der Woche soll es laut Wind- und Wetterbericht losgehen. Beim Hafenbüro haben wir bereits abgeklärt, dass unser Platz erst ab Mai wieder gebucht ist und wir solange auf unserem Platz bleiben könnten… Am 23. März starten wir unseren Frühjahrstörn. Von unserem aktuellen Liegeplatz El Masnou bei Barcelona wollen wir die Balearen zu See und Land erkunden. Geplant ist die Überfahrt übers Cap Formentor nach Pollença, Alcudia, Palma de Mallorca Isla Cabrera, Ibiza, Formentera, Soller und ca. Ende Juni zurück Juni El Masnou. Dort – während der heissen und teuren Zeit – wird die EOS wieder im Hafen liegen und auf uns für den Herbsttörn warten. Wetter und Wind wird die Route und die Termine bestimmen. Wir werden euch hier weiter berichten... |
































































































































