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Heiss, heisser... Menorca – Sardinien

9/9/2026

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Seit gut zwei Wochen sind wir unterwegs und sind bereits ganz im Süden Sardiniens, in Carloforte. Was uns die ganze Zeit begleitet, ist eine ungewöhnliche Hitze, selbst für Wärmegewohnte Südländer. Tagsüber immer über 30 Grad ist ja noch voll ok. Wenn die Temperaturen jedoch nachts nicht sinken und du 28 Grad schon richtiggehend erfrischend findest, ist das schon ausserhalb unserer Komfortzone! Henu, wir wollen nicht jammern, es könnte ja auch die ganze Zeit stürmen und «hudeln». Das tut es nicht.

In El Masnou angekommen, benötigten wir zwei Tage, um unsere EOS startklar zu haben. Die Arbeiten am Motor und das neue Gennaker-Fall wurden mit grosser Präzision erledigt. Wir sind sehr zufrieden mit den Arbeitern in diesem Hafen!

Bereits nach 4 Tagen ist ein erstes ideales Wetterfenster für die Balearen. Zwar etwas höher am Wind als gedacht, machen wir uns für die ersten 10 Stunden mit für uns fast 7 Knoten Speed auf den Weg. Ab Mitternacht nimmt der Wind dann doch etwas ab und gegen morgen muss bis zum Sonnenaufgang gemotort werden. Nach 22 Stunden Fahrzeit lassen wir vor Ciutadella auf Menorca den Anker fallen und geniessen einen Nachmittag mit Erholung, Baden und  Schlafen. 

Nun geht es in gemütlichen Tagesetappen weiter ostwärts. Wir wollen Menorcas Nordküste erkunden. Leider hat es täglich auflandigen Wind, so dass wir gezwungen sind, Häfen oder Bojen anzufahren. Es lohnt sich aber, denn dieser Küstenabschnitt ist unglaublich bezaubernd, naturbelassen. Abends können wir uns jeweils in fjordähnliche Buchten – Fornells und Addaya – verstecken, so dass wir vor Wind geschützt sind. Addaya wurde uns letzten Herbst von einem Italiener wärmstens empfohlen und er hat nicht übertrieben. Wir schlängeln uns duch einen tiefen Einschnitt ins Landesinnere in eine absolute Ruhe. Addaya ist ein kleines Dorf am Wasser mit einem Hafen in einem Naturschutzgebiet. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht – so einsam und ruhig ist es da. Ganz allgemein unterscheidet sich Menorca gänzlich von seinen Nachbarinseln – naturbelassen, wenig Städte, Marinas: einfach keine Party-Insel!

Leider steht ein wuchtiger Mistral in den Startlöchern und wir wollen die Überfahrt nach Sardinien vorher starten. Wegen der anhaltenden Hitze haben wir etwas Respekt vor plötzlich auftretenden Gewittern.
So machen wir uns im Hafen von Mahon, dem Hauptort Menorcas, für die kommenden 200 Seemeilen oder etwa 40 Stunden startklar. Mahon empfängt uns mit einem Herbstfest. Wir lassen uns am ersten Abend von der Stimmung treiben wie auch am nächsten Tag, als wir Einkäufe erledigen wollen. 

Die Überfahrt nach Sardinien verläuft nicht ganz so ideal wie gedacht. Der Wind ist etwas gar schwach und stark von hinten, so dass die Segel durch den Wellengang schlagen. So muss uns der Motor – den wir ja jetzt wieder benutzen dürfen :) – etwas gar viel unterstützen. Die zweite Nacht ist total gespenstisch. Den Begriff Himmelszelt habe ich schon oft gehört, aber während dieser Nacht ist der Himmel wirklich wie ein Zelt über uns gestanden. Die Milchstrasse ist zum greifen nah und rings um uns herum grosse Nebelschwaden. Mir kommt es vor, als würde ich durch ein Nebeltal fahren, dabei sind wir auf dem offenen Meer!!!

Gut in Carloforte angekommen geniessen wir erstmal eine delikate italienische Pizza und einen Mezzo di Rosso. In einer Pizzeria namens «Eos» notabene. Jetzt für ein paar Tage Dolce far niente. Denn Morgen, Donnerstag, zieht eine Gewitterfront über uns hinweg und für Freitag sind starke Winde angesagt. So bleiben wir sicher bis Samstag im Hafen und dem sympathischen Städtchen, wo sich alles um den Thunfisch dreht und wollen anschliessend die Südküste Sardiniens bis Villasimius befahren.
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Von dort aus wartet schliesslich die dritte und letzte Überfahrt in diesem Herbst nach Sizilien auf uns...
Traditionelles Menorquin-Schiff.
Ankerplatz Ciutadella.
Wie im hohen Norden: Ankerplatz im Fjord von Fornells.
Naturbelassene Nordküste Menorcas: Leuchtturm vor Addaya.
Addaya.
Kratz!
Start zur Überfahrt von Mahon (Menorca) nach Sardinien um Mitternacht.
Start zur Überfahrt von Mahon (Menorca) nach Sardinien um Mitternacht.
Etwas Welle.
Ein neuer Tag auf See.
Die spanische Gastlandflagge hat ausgedient...
Salve Italia!
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